Ein alter Lehrer – oder wie werde ich gebraucht

5 years ago

Ein alter Lehrer ging abends immer zu seiner Schule, in der er sein Leben lang Mathematik unterrichtete. Vor paar Jahren ging er in die Rente, was für ihn nicht so erfreulich war, weil er ganz allein zu hause war. So schaute er sich jeden Abend die Schule und das Schulgelände an und verlor manchmal eine Träne. Er füllte sich nicht mehr brauchbar und einsam, auch wenn er noch geistig und körperlich fit war. Er liebte Mathematik und sehnte sich danach, sein Wissen an die anderen weiter zu geben.
Nun, eines Tages, als er wieder vor der Schule war und sich auf die Bank draußen setzte, kam ein junger Mann mit einer Mappe unter dem Arm und setzte sich daneben. Er schlug seine Mappe auf und kritzelte auf einem Blatt voller Zahlen. Der Lehrer schaute ihn an und guckte neugierig, was der junge Mann macht. Dann fragte er ihn: „Verzeihen Sie, machen Sie da etwa Mathematik-Aufgaben?“
Der junge Mann rechnete nicht mit so einer Interesse eines alten Mannes und sagte dann:
„Ja, ich bereite mich für eine Aufnahmeprüfung in einer Universität, wo ich gern Mathematik als Lehrfach studieren möchte.“
„Aber, warum lernen Sie hier, draußen? Haben Sie kein  Zu hause?“
„Doch, doch! Ich wohne noch mit meiner Familie. Leider sind meine jüngsten Geschwister zu laut und lassen mich nicht in Ruhe lernen.“
Der Lehrer schaute ihn nochmal genau an und dann machte er ihm einen Vorschlag: „Sie können aber zu mir nachhause gehen und dort in Ruhe lernen. Außer mir wohnt dort eh keiner mehr.“
Das war eine Überraschung für angehenden Studenten und er sagte dann: „Aber ich kenne Sie doch gar nicht und will Ihnen nicht zur Last fallen.“
Der alte Lehrer streckte ihm seine Hand entgegen und stellte sich vor: „Ich bin Herr Dienert! Ehemaliger Mathe-Lehrer in dieser Schule. Und Sie sind…“
„Ich bin Alex Freisetzki!“
„Na fein,“ sagte Herr Dienert „jetzt haben wir uns kennen gelernt.
Alex hat damit gar nicht gerechnet, dass er einem erfahrenen Lehrer begegnet, der ihn beim Lernen unterstützen kann. Aber er hat die Einladung des Herrn Dienert gern angenommen und ging zu ihm nachhause. Dort fand er viele Matte-Bücher und wurde vom Herrn Dienert beim Lernen tatkräftig unterstützt. Mit seiner Hilfe hat er nicht nur seine Aufnahme-Prüfung bestanden, sondern machte auch erfolgreichen Abschuss bei der Uni. Herr Dienert wurde inzwischen von der Schule angerufen, weil sie dringend einen MatteLehrer brauchten und keinen fanden, weswegen sie ihn bitten wollten, für eine Zeit lang bei ihnen wieder zu arbeiten. Doch Herr Dienert wollte nicht mehr arbeiten, aber er hat der Schule Alex als Matte-Lehrer empfohlen und seine Empfehlung wurde angenommen. Als Alex nun als Lehrer arbeitete, schickte er seine in Matte schwachen Schüler zum Herrn Dienert, damit er mit ihnen Nachhilfe-Unterricht macht. So war der alte Lehrer nicht mehr einsam und hatte weiterhin viel Freude am unterrichten in seinem eigenem Haus, der nie mehr leer war bis er starb.

Liebe Freunde,
diese Geschichte habe ich frei erfunden, weil es mir in den Sinn kam darüber zu reden, wie man gebraucht werden kann.
Jeder von uns hat wunderbare Gaben von Gott bekommen, die er vielleicht schon öfter benutzt hat oder auch nicht. Doch manchmal schleichen sich die Gedanken, die uns einreden, dass wir gar nicht mehr gebraucht werden, dass wir nutzlos sind. Aber Gott schickt uns oft die Menschen über den Weg, die ausgerechnet unsere Gaben, die vielleicht sonst keiner hat, bitter nötig haben.
Gott will uns gebrauchen und Er schickt uns auch die Menschen über den Weg, denen wir dienen können. Lasst uns Diener der Liebe Gottes sein!

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